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Jahresbericht 2009 / 10 |
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Jahresbericht des Präsidenten Jahresrechnung 2009 Exkursionsberichte |
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27. März 2010, Rundgang
Wollishofen
Der Rundgang unter der Führung von Anton Monn und Markus Fischer führte
zu vier wichtigen Genossenschaftssiedlungen in Wollishofen. Zuerst
besichtigten wir die Siedlung Balberstrasse, die erste Siedlung der ABZ
in Wollishofen von 1922/23. Sie überzeugt durch ihre hohen
aussenräumlichen Qualitäten, soll aber dennoch abgebrochen werden.
Weiter führte der Weg zum „Bergdörfli“, der ersten
Genossenschaftssiedlung in Wollishofen überhaupt. Das Ziel der Erbauer
war, eine Siedlung mit dörflichem Charakter zu erstellen, was heute noch
gut erlebbar ist. Südlich davon liegt die Kolonie Entlisberg, welche
durch ihre grosszügige städtebauliche Anlage beeindruckt. Während die 1.
Etappe unter Schutz steht, sollen die 2. und 3. Etappe abgebrochen
werden. Zum Schluss führte der Rundgang zur berühmten Siedlung Neubühl,
einer Wegbereiterin des Neuen Bauens in Zürich.
Der Rundgang zeigte eindrücklich die hohe Qualität der Siedlungen.
Allerdings sind sie durch die fragwürdigen Planungen der Allgemeinen
Baugenossenschaft Zürich ABZ gefährdet.
24. April 2010, Rundgang
Winterthur zur Gründerzeit –
Rund 35 Personen wanderten auf den Spuren des Architekten Wilhem Bareiss
durch Winterthur und lernten unter der Leitung der Kunsthistorikerin
Cristina Mecchi und des Historikers Peter Niederhäuser die Eulachstadt
von einer ungewöhnlichen
Seite kennen. Bareiss wirkte von 1860 bis 1871 als Stadtbaumeister in
Winterthur und prägte sowohl als Architekt wichtiger Einzelbauten als
auch als Planer die rasch wachsende Stadt. Im Zeichen des
Bevölkerungswachstums, der Industrialisierung und der politischen
Öffnung erlebte Winterthur eine Boomzeit, die bis heute im Stadtbild
ablesbar ist. Unter dem Einfluss von Bareiss entstanden erste neue
Stadtviertel wie das Neuwiesenquartier, aber auch Gebäude wie die
Kaserne, die Bad- und Waschanstalt, die Post oder die katholische Kirche
St. Peter und Paul, die neue Bedürfnisse und städtebauliche
Anforderungen zum Ausdruck brachten. Auf der kulturgeschichtlichen
Entdeckungsreise quer durch das Stadtzentrum bis zur katholischen Kirche
stellten Cristina Mecchi und Peter Niederhäuser diese Bauten und ihre
spannenden Hintergründe kenntnisreich vor.
29. Mai 2010 Rundgang Neu-Oerlikon
Auf dem Rundgang durch Neu-Oerlikon unter der Leitung der Historikerin
Karin Pache lernten rund 35 Personen ein Quartier kennen, das zu den so
genannten Entwicklungsgebieten der Stadt Zürich gehört und im
vergangenen Jahrzehnt auf dem einstigen Industrieareal nördlich des
Bahnhofs Oerlikon entstanden ist. Von den Industriebauten stehen nur
noch wenige. Selbst dem markanten ehemaligen Verwaltungsgebäude der MFO
bei den Geleisen droht inzwischen statt Verschiebung der definitive
Abbruch. Es dominieren Wohn- und Geschäftshäuser, die in ihren Massen
die Dimensionen der einstigen Werkhallen aufnehmen. Daneben weist das
Gebiet viele öffentliche Plätze und halböffentliche Räume auf.
Bemerkenswert sind die vier neuen, grosszügigen Parkanlagen: der
MFO-Park mit seiner Stahlgerüst-Gartenlaube, die von unzähligen
Kletterpflanzen umrankt wird, der rot-blau-grüne Wahlen-Park, der
Louis-Häfliger-Park mit seinem Quilt aus Parkfeldern und der
Oerliker-Park. In einem gewissen Kontrast dazu steht der
Gustav-Ammann-Park, eine idyllische Gartenlandschaft, die ursprünglich
zum Wohlfahrtshaus der Oerlikon-Bührle gehörte und heute öffentlich
zugänglich ist.
Der Umnutzungsprozess des Industrieareals ist noch nicht abgeschlossen.
Es gibt weitere Bauprojekte, aber auch Belebungsmassnahmen für den
öffentlichen Raum und Untersuchungen zum kümmerlichen Wachstum von
Bäumen auf einst kontaminierten Böden. Der Rundgang zeigte, dass das
Planen und Errichten eines neuen Stadtteils eine aufregende, spannende
Sache ist. Bis ein Quartier von der Bevölkerung wirklich in Besitz
genommen wird, braucht es jedoch Zeit.
12. Juni 2010, Säuliamt
Der mittelalterlichen Kirchenkultur und dem zeitgemässen Umgang mit
historischer Bausubstanz gewidmet, zeigte die Exkursion ins Säuliamt
eine geschichtsträchtige Landschaft in besonderem Licht. Am Beispiel von
Rifferswil stellte
26.
Juni 2010, Historische Verkehrswege am Gotthard
Die Exkursion vom 26. Juni 2010 unter der Leitung des
Winterthurer Historikers Andres Betschart führte zu Schlüsselstellen des
historischen Verkehrs beidseits des Gotthards. 32 Personen bestiegen bei
herrlichem Sommerwetter in Winterthur und Zürich den Car Richtung
Zentralschweiz. Nach einer Kaffeepause im historischen Hafenort Flüelen
besichtigte die Gruppe die Teufelsbrücken in den Schöllenen und die
Hospizbauten auf dem Gotthardpass. Im Dazio Grande in Rodi, dem 1561
erbauten einstigen Urner Zollgebäude oberhalb der Piottinoschlucht,
wurde ein währschaftes Mittagessen aufgetischt. Dann machte sich die
Gruppe auf den zweistündigen Rundgang auf historischen Verkehrswegen
rund um den Monte Piottino, der mittleren Talstufe der Leventina. Die
Entwicklung der Verkehrswege im Zusammenhang mit dem Handel ist hier
eindrücklich ablesbar: Von der weiträumigen Umgehung des Felsriegels und
der Schlucht im hohen Mittelalter, über den Bau des direkten Weges über
den Monte Piottino im 13. Jahrhundert und den Wegen und Strassen durch
die Schlucht ab 1560 bis hin zur Eisenbahn und zur Autobahn sind alle
Weggenerationen auf kleinstem Raum sicht- und meist auch begehbar. Die
seit 1934 in einem Tunnel umfahrene, romantische alte Kantonsstrasse
durch die Schlucht wurde in den 1990er-Jahren von der Associazione pro
Media Leventina saniert und wieder begehbar gemacht. Der Winterthurer
Hans Steiner, einer der Initiatoren dieses Werks, hat auf der Exkursion
die Restaurationsarbeiten vorgestellt. Nach der Rundtour konnten sich
die Teilnehmer im Garten des Dazio Grande bei einem Zvieri abkühlen und
stärken, bevor es auf den Rückweg ging. Und weil das Wetter so schön
war, beschloss man kurzerhand, auch diesmal über den Pass zu fahren
anstatt durch die düstere Gotthardröhre.
29. August 2009,
Jakobsweg
Als Fortsetzung einer Exkursion von 2008 wurde auf der Sommerreise 2009
der Jakobsweg auf bernisch-freiburgischem Gebiet vorgestellt. Ein
Abschnitt des heutigen Kulturwegs nach Santiago de Compostela führt über
das hügelige Voralpengebiet
vom Thunersee an die Saane – diese Spuren der Via Jacobi lernten gegen
40 Personen zusammen mit Otto Dudle und Peter Niederhäuser fahrend und
wandernd näher kennen. Der Besuch des prachtvoll gelegenen
Cluniazenserpriorats Rüeggisberg, einer eindrücklichen Klosterruine am
Jakobsweg, bildete den Auftakt zur Reise, ehe die Strecke durch die
Senseschlucht mit ihren alten, zum Teil gepflästerten Hohlwegen zu Fuss
erkundet wurde. Nach dem Mittagessen in Heitenried führte die
Besichtigung der Kirche Tafers mit seinem Kirchenschatz und der
anschaulichen Darstellung des Hühnerwunders über zur frühneuzeitlichen
Jakobsverehrung, bevor auf einem Rundgang durch die sehenswürdige
Altstadt von - Fribourg - unsere Kondition testend - zahlreiche bekannte
und unbekannte Spuren des heiligen Jakobus und der Pilger zu entdecken
waren.
19. September 2009 und 3. Oktober 2009,
Sakrale und
aristokratische Herrlichkeiten im Lugnez/Lumnezia
2. Kapelle St. Sebastian in Degen/Igels. Inneres der Kapelle mit
Ausstattung des Oberwalliser Altarbauers Anton Sigristen, um 1741. Dabei
ist der Hochaltar ein kongenial umgebauter Schreinaltar von Yvo Strigel
von Memmingen (1506).
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